Abschied nach 34 Jahren als Organist und Kantor an der Herrenhäuser Kirche

Martin Ehlbeck an der Orgel (Foto: Liverecordings)

Interview mit Martin Ehlbeck

Pastor Olaf Koeritz: Lieber Herr Ehlbeck, Sie gehen jetzt nach 34 Jahren als Kantor und Kirchenmusiker in unserer Kirchengemeinde in den Ruhestand. An welche Ereignisse denken Sie besonders gern zurück?

Kantor Martin Ehlbeck: Da sind auf jeden Fall die szenischen Aufführungen. Zu Beginn dieser Arbeit (ein Ballett zum Requiem von Fauré) gab es viele Vorbehalte, aber am Ende ist es doch immer sehr gut geworden. Und dann sind viele weitere Projekte gefolgt, an die ich den Chor langsam herangeführt habe.

Welches dieser Projekte ist für Sie ganz persönlich das stärkste Stück gewesen?

Ich denke, es ist dann doch das letzte Projekt gewesen: die Johannes-Passion von Bach.

Wie sind Sie überhaupt auf diese Idee gekommen?

Ich habe in einer Lübecker Kirche eine vergleichbare Aufführung besucht. Da entstand der Wunsch: Das müsste doch auch in Herrenhausen möglich sein. Aber ich wollte es auf jeden Fall gut machen, in guter Qualität. Später bin ich Herrn Christoph G. Amrhein als Regisseur begegnet – so haben wir diese Projekte gemeinsam umgesetzt. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht: das Musikalische wie auch das Handwerkliche. Natürlich gab es immer auch mal wieder schwierige Momente, aber am Ende sind es immer wunderbare Aufführungen geworden.

Neben diesen Opernaufführungen gab es noch vieles andere, an das ich gerne zurückdenke. Nicht zuletzt die wunderbare Erweiterung der Orgel und die Arbeit mit dem Kinderchor. Da habe ich eine pädagogische Errungenschaft dieses Jahrhunderts versucht einzusetzen: die Lieder in Bewegung zu bringen. Viele Lieder mit Bewegungen zu versehen.

Die Musik welcher Komponisten hat Sie geprägt und Ihre Arbeit bestimmt?

Auf der Orgel war das z. B. die Musik von Olivier Messiaen. Die habe ich gerade am Anfang meiner Zeit in Herrenhausen immer wieder einmal aufgeführt. Aber ich habe gespürt, dass diese Musik vom Publikum später nicht mehr so gut angenommen wurde. Da habe ich dann nach anderer Musik gesucht. So bin ich auf Komponisten wie Jenkins, Rutter oder andere gestoßen. Das war nun nicht Popmusik, aber doch Musik, die gut zu hören, anspruchsvoll aber und spielbar war. Ich war froh, dass es diese Musik im 21. Jahrhundert dann gab. Was ich daneben immer noch gern gemacht habe an der Orgel, das war und ist das Stegreifspiel, die Improvisation – gerade auch im Gottesdienst. Da konnte ich immer neue Klangwelten entdecken. Darum ist der Dienst am Sonntagmorgen für mich immer interessant geblieben.

Sie haben ja nun auch 34 Jahre mit einem Chor sehr erfolgreich zusammengearbeitet. Was ist für Sie das Schönste an der Arbeit mit einem Chor?

Auf der einen Seite die Arbeit am Klang und auf der anderen Seite die Begegnung mit den Menschen. Sie für eine Musik zu begeistern, festzustellen, dass die Sänger/innen Spaß an einer Sache entwickeln.

Wenn Sie noch ein Stück inszenieren dürften und alle Rahmenbedingungen wären dafür bereits geschaffen: Welches Stück wäre das?

Dann würde ich vielleicht von Louis Spohr „Die letzten Dinge“ aufführen, oder von Verdi das „Requiem“. Aber dann auch so eine kleine und schlichte Kantate wie „Es ist ein Kind geboren“, die Bach zugeschrieben wird. Manchmal sind es gerade die kleinen und so ganz einfachen, schlichten Stücke, die nicht perfekt sind und doch so wunderschön und wirkungsvoll klingen.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie jetzt in den Ruhestand gehen?

Schon darauf, Verantwortung loslassen zu können. Auf der anderen Seite freut es mich, als Orgelsachverständiger weiter tätig sein zu können.

Herzlichen Dank für dieses Interview, lieber Herr Ehlbeck.

Im Namen des Kirchenvorstandes und der ganzen Gemeinde möchte ich Ihnen sehr herzlich danken für die großartige Arbeit, die Sie in und für unsere Gemeinde geleistet haben. Sie haben Spuren hinterlassen, die noch lange nachwirken werden. Alles Gute und Gottes Segen für Ihren weiteren Lebensweg.

Pastor Olaf Koeritz


Verabschiedung von Martin Ehlbeck am 24. Januar 2021:

  • 10 Uhr: Gottesdienst mit der Gemeinde
  • 16 Uhr: Verabschiedung für geladene Gäste

Kunst und Kultur auf dem Herrenhäuser Friedhof

Dr. Matthias Surall und Pastor Olaf Koeritz führen über den Herrenhäuser Friedhof

Friedhöfe sind wichtig, weil sie der Trauer einen Ort geben. Zugleich sind sie ein Ort und Hort der Kultur. So kann man auf unserem Friedhof historische wie auch moderne Beispiele dafür finden, wie unterschiedlich Menschen die Gräber ihrer Angehörigen mit Grabmalen versehen haben oder noch heute versehen. Die Geschmäcker, aber auch die Stile der unterschiedlichen Epochen spiegeln sich darin wider. Hier gibt es viel zu entdecken.

Dieses kurze Video möchte sie auf einen kleinen Rundgang über unseren Herrenhäuser Friedhof mitnehmen und ihnen einige Grabmäler näher erläutern. So manch neue Perspektive kann sich hier auftun.

► Videorundgang über den Herrenhäuser Friedhof


Die Winterreise FÄLLT AUS!

Das ursprüngllich für den 15. Januar geplante Konzert "Die Winterreise" von Franz Schubert muss coronabedingt leider ausfallen!


Kleider­kammer: Bitte nur saubere Kleidung

Kleidekammer in der Herrenhäuser Kirche

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer in der Herrenhäuser Kirche, die ihren Dienst mit großem Engagement versehen, bitten darum, nur saubere Kleidung abzugeben. Immer wieder ist es in letzter Zeit dazu gekommen, dass unbrauchbare und sogar stark verschmutzte Kleidung abgegeben wurde.

Da wir coronabedingt im Augenblick auf die Ausrichtung von Kleiderbasaren verzichten, sind die Mitarbeiterinnen intensiv bemüht, die gut erhaltenen Sachen jetzt auf vielen anderen Kanälen weiterzuleiten: z. B. an Einrichtungen, die Obdachlosen helfen und sie unterstützen. Es werden weiterhin gern Kleiderspenden angenommen, aber bitte nur verwertbare Stücke, die wirklich weitergegeben werden können. Herzlichen Dank!

Pastor Olaf Koeritz


Virtueller Rundgang durch die Herrenhäuser Kirche

Vikarin Ann-Christin Liebert hat gemeinsam mit einem Kollegen ein wunderbares Kugelpanorama der Herrenhäuser Kirche erstellt. Dieses Panorama ermöglicht Ihnen einen 360°-Rundblick in den Innenraum unserer Kirche.

Sie können das Kugelpanorama unter "Gemeinde > Virtueller Rundgang" ansehen. Dort finden Sie auch weiterführende Tipps.

Sie wollen noch mehr über die Herrenhäuser Kirche erfahren? Heinz Lange hat viel Wissenswertes über die Architektur, Restaurierung, Umbau u.v.m. unserer Kirche zusammengetragen (s. "Gemeinde > Herrenhäuser Kirche").

Wenn Sie unsere Kirche nicht nur leer, sondern gemeinsam mit anderen Christinnen und Christen erleben wollen, laden wir Sie herzlich zu unseren Gottesdiensten ein!